8 Tipps gegen Aufschieberitis

Wie oft versuchst du dich täglich zu überreden, eine Aufgabe anzugehen, die dir keinen besonderen Spaß macht? Wenn du bist wie ich – ziemlich oft. 😉

“Die Lebenszeit, die du hast ist dieselbe, ob du sie lachend oder weinend verbringst.”

(frei nach Konfuzius)

Nicht umsonst war es in den letzten Monaten hier sehr ruhig. Obwohl mir das Schreiben hier grundsätzlich Spaß macht, ist es doch immer auch wieder eine Überwindung, sich hinzusetzen, ein Thema zu finden, einfach die Ruhe zu haben, sich damit zu beschäftigen… Denn plötzlich sind doch tausend andere Dinge wichtiger, selbst der ewig verschobene Zahnarzt-Termin wird vereinbart und die Wohnung ist sauber wie selten… Kennst du das auch?

Doch nichts ist eigentlich nervenzehrender als eine aufgeschobene Sache, die nie angegangen wird, die aber ständig irgendwo im Hinterkopf rumschwebt, oder? Deshalb habe ich hier einmal ein paar Tricks zusammengestellt, die ich jetzt auch fleißig an mir selbst ausprobieren werde, damit du schließlich hier auch regelmäßiger etwas von mir lesen kannst:

  1. Schick dich selbst in den Knast! Wenn mich manchmal das Gefühl überkommt, dass ich eine Aufgabe “noch schnell erledigen” muss, dann aber nie damit anfange, schicke ich mich bildlich selbst ins Gefängnis. Wenn ich im Knast bin, habe ich nämlich auf einmal alle Zeit der Welt. Ich muss mich nicht beeilen, alles auf einmal erledigen und dann doch nichts richtig machen – hier habe ich Zeit, kann mich auf eine Sache gleichzeitig konzentrieren, denn jeder Tag läuft in meinem Gefängnis ja gleich ab. Ich spiele also mit diesem Bild und ‘verhafte’ mich selbst!
  2. Frag nach Hilfe! Das scheinbar größte Geheimnis des Erwachsen-Seins. Wir sind ja alle so erwachsen und unabhängig und brauchen keine anderen Menschen… Achja? Doch warum ist es so schwierig, sich von anderen helfen zu lassen? Ich habe keine Ahnung! Aber immer wenn ich Schwierigkeiten habe, mit einer Aufgabe anzufangen und sie vor mir her schiebe, weil ich eigentlich gar nicht genau weiß, was ich tun soll und dann nach Hilfe frage, bin ich immer wieder überrascht wie sehr es mir … hilft.
  3. Denk daran: die meisten Entscheidungen bedürfen keiner intensiven Recherche! Ich fühle mich manchmal wie paralysiert und unfähig eine Entscheidung zu treffen, denn in unserer Überfluss-Informationsgessellschaft bekomme ich ständig das Gefühl, nicht alle Informationen zu haben, um eine tragfähige Entscheidung zu treffen. Ich erinnere mich dann immer wieder daran, dass die eine Entscheidung wahrscheinlich gar nicht so anders ist als die Entscheidung für etwas anderes und dann kann es losgehen. Außerdem versuche ich vielleicht einfach den Rat einer Person meines Vertrauens zu befolgen – Hauptsache, ich treffe überhaupt eine Entscheidung!
  4. Mach Trippelschrittchen! Manchmal fühle ich mich einfach überwältigt von all’ den Dingen und Aufgaben, die ich auf dem Weg zu meinem Ziel alle abarbeiten muss. Dann vereinbare ich mit mir, dass ich heute einfach nur einen klitzkleinen Schritt gehe – besser als keiner! Morgen kommt dann der nächste. Diese kleine Bewegung nach vorne, diese Kleinigkeit anzustoßen, motiviert dann und eh man sich versieht, hat man mit kleinen Schritten das große Ziel erreicht. Jede Reise beginnt schließlich mit einem kleinen Schritt!
  5. Leide für 15 Minuten! Ich bin davon überzeugt, dass wir fast alles auf der Welt können – für fünfzehn Minuten! Tue jede noch so unliebsame Aufgabe jeden Tag für nur 15 Minuten und du wirst dich wundern wie schnell die sich summieren! 15 Minuten – mehr nicht! (Ich stelle mir sogar die Eier-Uhr und bin dann immer überrascht, wie schnell die Zeit um ist… ;-))
  6. Tue die unliebsamen Dinge als erstes! Das amerikanische Sprichwort “Eat that frog first” (Die übelste Kröte zuerst schlucken) sagt es eigentlich alles: Vereinbare abends mit dir, dass du die unangenehme Aufgabe gleich als erstes am Morgen angehen wirst. Leg dir schon alles zurecht – alle Telefonnummern oder Informationen, die du brauchst, alle Unterlagen, alles fertig. Und am nächsten Morgen – sobald du dein Büro betrittst oder sobald der erstmögliche Zeitpunkt gekommen ist – TU ES EINFACH! Erlaub dir einfach nicht, nochmal darüber nachzudenken oder es wieder aufzuschieben. Denk einfach an den Werbespruch der Turnschuh-Firma NIKE: Just do it!
  7. Lass dich nicht ablenken! Und? Wieder mal angefangen, aber dann kommt passenderweise  gerade der Kollege mit einer Tasse Kaffee herein?… Das macht das neuerliche Anfangen natürlich umso schwieriger. Schotte dich ab, soweit möglich. Reserviere dir Zeit für dich selbst, um diese schwierigsten Aufgaben ungestört angehen zu können.
  8. Und denk daran: Arbeit kann die schlimmste Form der Aufschieberitis sein. Veräppel dich nicht selbst!

Und Achtung: Beobachte mal, wieviel Zeit du auf Aufgaben verwendest, die du nicht magst! Niemand geht wohl gerne zu intensiven Zahn-Wurzelbehandlungen oder beschäftigt sich über alle Maßen gern mit seiner Steuererklärung. Aber wenn du das Gefühl hast, dein Leben besteht nur aus einer unliebsamen Aufgabe nach der anderen, solltest du vielleicht nach Wegen suchen, wie du die eine oder andere Aufgabe davon umgehen kannst. (Nein, schieb nicht die Wurzelbehandlung auf, aber wozu gibt es schließlich Steuerberater?)

Ich bin eigentlich ganz gut darin, mich selbst anzutreiben und mich davon zu überzeugen, dass ich auch die unliebsamen Aufgaben machen muss und das ist in vielen Situationen, vor allem beruflicher Natur natürlich auch eine Hilfe für mich gewesen. Aber es ist doch so, dass du dich wohl kaum jemals richtig glücklich und zufrieden fühlen wirst, wenn du dich in deinem Leben nur von einer unliebsamen Aufgabe zur anderen schleppen musst, oder? Vor allem, beschimpf dich nicht selbst als faul, sondern frage dich – was macht es so schwierig für mich? Die Tatsache, dass du dich schlecht überwinden kannst, diese Aufgabe anzugehen, zeigt vielleicht auch, dass du vielleicht einfach etwas anderes in deinem Leben, mit deinem Leben machen solltest – insbesondere, wenn es immer wieder die gleichen Dinge sind, wenn du Muster deines Verhaltens erkennen kannst.

Auf der anderen Seite können Neuheiten und Herausforderungen auch gerade glücklich machen. Die Aufgabe, die sich heute unüberwindbar anfühlt, kann dir morgen schon einen regelrechten Schub an Zufriedenheit geben, wenn du sie erledigt hast. Behalte das im Kopf. Genau wie ich jetzt zufrieden bin, dass ich endlich einmal wieder einen Beitrag hier verfasst habe… 😉

Welche Strategien findest du sinnvoll, um dich zu überwinden, unliebsame Aufgaben anzugehen?

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