06.12.: Bestes Buch 2021

Bei dieser Tagesaufgabe zu den #decemberreflections2021 von @susannahconway kann ich mich unmöglich nur auf ein bestes Buch des Jahres beschränken und bei den Büchern, die ich hier vorstelle, werde ich auch ein wenig schummeln. Aber dazu später!

Meine Top 5 der Bücher dieses Jahres:

Matt Haig: Die Mitternachtsbibliothek

Anfang des Jahres hatte ich eine Phase, wo ich ziemlich viel über alternative Lebenswege nachgedacht habe und mir Gedanken gemacht habe, wie mein Leben aussehen würde, wenn ich an irgendeiner Stelle eine andere Entscheidung getroffen hätte. Dabei waren natürlich auch einige Themen, wo ich etwas bereut habe in meinem Leben – entweder etwas gemacht zu haben oder eben auch nicht.

Dieses Thema greift Matt Haig in diesem Buch auf und auch wenn das Ende ein wenig absehbar ist, hat es mich sehr beeindruckt und ergriffen, Nora durch ihre verschiedenen Bücher in ihrer Mitternachtsbibliothek zu begleiten. Sätze wie „Offenbar kann man unmöglich leben, ohne Menschen zu verletzen.“ (S. 209), „Du musst das Leben nicht begreifen. Du musst es nur leben.“ (S. 243) oder „Vielleicht solltest du aufhören, dich ständig um die Anerkennung anderer Leute zu bemühen, […].“(S.216) sind zwar einerseits Plattitüden, die aber doch gleichzeitig genauso treffend sind und in vielen von uns sicher auf Zustimmung und Anklang treffen.

Ich spreche eine ganz klare Leseempfehlung aus für Menschen, die vielleicht aufgrund des Winters oder der derzeitigen Situation feststellen, dass sie oft traurig sind, über das Leben jammern und sich rückblickend manchmal wünschen, das eine oder andere in ihrem Leben anderes gemacht zu haben. 

Der Autor Matt Haig redet offen über seine eigenen Selbstmordabsichten, die er aufgrund von Depressionen hatte und mit seinen Büchern greift er Themen auf, die Menschen eben bewegen, traurig machen und auch an diesem Leben verzweifeln lassen können. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und da für mich Lesen so oder so Therapie ist, hat dieses Buch mir definitiv aus traurigen und unnützen Reuegedanken herausgeholfen. 

Shonda Rhimes: Das Ja-Experiment

Shonda Rhimes ist vielen von uns vielleicht als überaus erfolgreiche Drehbuch-Autorin von Serien wie „Grey’s Anatomy“ oder „How to get away with murder“ ein Begriff. In diesem Buch beschreibt sie ihr Vorhaben, ein Jahr lang zu Dingen „Ja“ zu sagen vor denen sie sich normalerweise gedrückt hätte und was das mit ihrem Leben gemacht hat.

Das Buch ist nicht nur überaus amüsant geschrieben, sondern hinterlässt in einem auch das Gefühl, das so viel mehr möglich ist im eigenen Leben, wenn man nur „Ja“ dazu sagt. Das Buch ist gleichzeitig ein Motivationsbuch mit dem Aufruf zum Handeln im eigenen Leben wie auch ein Aufruf an alle „braven Mädchen“ dieser Welt, aus Erwartungen anderer auszubrechen und endlich das Leben zu führen, das einen wirklich zufrieden macht.

Rachel Joyce: Miss Bensons Reise

In diesem Buch beschreibt Rachel Joyce einerseits eine ungewöhnliche Frauenfreundschaft, eine Abenteuerreise und einen Ausbruch aus Konventionen, Denk- und Verhaltensmustern. Wir begleiten Margery Benson auf eine Reise nach Neukaledonien, um sich ihren Lebenstraum zu erfüllen bei dem sie mehr gewinnt als sie sich je hat erträumen können.

Die Charaktere sind unheimlich liebevoll und charmant gestaltet, so dass man sie einfach lieb haben muss. „Du bist auf der anderen Seite der Welt. Wen juckt es, was die Leute denken? Du kannst aussehen wie du willst. […]“ – dieser Satz fasst ganz gut zusammen, aus welchen inneren Beschränkungen Margery sich herauskämet und es ist ein Vergnügen, sie dabei zu begleiten und mit ihr gemeinsam all’ die Abenteuer auf ihrer langen Reise zu erleben. 

Ohne zu viel zu verraten: ich habe am Ende geheult wie ein Schlosshund und mich gleichzeitig gefreut und gestärkt gefühlt! Solche Bücher liebe ich! Ein Buch über starke Frauen, Freundschaft & Feminismus.

Rebekka Endler: Das Patriarchat der Dinge

Beim Stichwort „Feminismus“ kommen wir wunderbar passend zu diesem Buch, in dem Rebekka Endler untersucht, wie oft unsere Welt eben nur für Männer gemacht ist. Anhand von unzähligen Beispielen führt sie uns vor, welche Auswirkungen es für Frauen hat oder haben kann, dass die Welt größtenteils von Männern für Männer gemacht ist, egal ob es sich dabei um Designfragen, Medikamentenforschung oder Gestaltung von Autos geht. 

Ich habe mich regelmäßig aufgeregt, mein Bewusstsein für Alltagsdiskriminierung als Frau ist deutlich gewachsen und ich glaube, dass wir dieses Buch gerade mehr denn je brauchen, wo Corona doch teilweise wieder so stark alte und längst hinter uns gelassen geglaubte Rollenverteilungen befördert hat. 

Also, Frauen: lesen, bilden, stärker werden!

Diana Gabaldon: Das Schwärmen von tausend Bienen

Mit diesem Buch kommen wir zu meiner kleinen Schummelei, die ich anfangs angekündigt habe, denn ich habe dieses Buch noch gar nicht gelesen und es ist wohl auch illusorisch zu glauben, dass ich die 1148 Seiten in diesem Jahr noch schaffen werde, zumal ich gerade noch in Carl Moercks neuntem Fall (Natriumchlorid von Jussi Adler Olsen) gefangen bin.

Aber ich nehme es hier trotzdem auf, denn ich weiß, dass es großartig werden wird.

Ich bin ein Fan der ersten Stunde der Outlander-Serie mit Jamie und Claire und habe schon fast nicht mehr daran geglaubt, dass es noch eine Fortsetzung geben würde, schließlich war der letzte Band schon vor sieben (!) Jahren erschienen. Doch nun geht es endlich weiter. Und wenn Carl seinen Mörder gefangen hat, freue ich mich wahnsinnig darauf, über Weihnachten ganz in die Outlander-Welt abzutauchen.

Das waren meine Top 5 - welches sind deine?

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