CoachingFührungPersönlichesTraining

Arbeiten im Home-Office – 7 Tipps, wie es gelingen kann

“Tu, was Du liebst und Du wirst nie einen Tag in Deinem Leben arbeiten müssen.”
– frei nach Konfuzius

Tipps-Fürs-Home-OfficeSeit ich mich 2007 selbständig gemacht habe und seitdem freiberuflich vorwiegend als Coach und Trainerin arbeite, liegt die Hauptschaltzentrale meines Berufslebens in meinem “Home-Office”. Natürlich bin ich regelmäßig unterwegs und ‘unter Menschen’, denn gerade bei Trainingsaufträgen, die sich teilweise ja Woche für Woche aufeinanderballen, lerne ich jede Woche neue Menschen – nämlich die Seminarteilnehmer – kennen. Von einer ‘Vereinsamung’ im Home-Office kann bei mir also nicht die Rede sein. Im Gegenteil – ich bin manchmal herrlich froh, wenn ich nach inspirierenden Seminaren und spannenden Trainingsthemen, die ja auch immer von dem leben, was die Seminarteilnehmer alles so an Themen mitbringen, in meiner kleinen Schaltzentrale meine Ruhe habe, mein Büro organisiseren kann und nach der vielen Redetätigkeit mit mir allein einfach mal meine Klappe halten kann. Ein perfekt ausbalanciertes Berufsleben also: anregend, laut, spannend, mit vielen Menschen und stetiger Neugierde bei meinen Coachings und Trainings – besonnen, ruhig, konzentriert, auf mich fokussiert und zur inneren Kontemplation allein in meinem Home-Office.

Die Blogparade zum Thema “Wie geht’s Dir mit dem Alleinsein im Home-Office?” von Claudia hat mich dazu angeregt, mir über die Thematik ‘Arbeiten im Home-Office’ verstärkt Gedanken zu machen und hier einmal meine ultimativen Erfolgstipps für das Arbeiten im Home-Office zusammen zu tragen. Das Arbeiten im Home-Office hat durch unsere digitale Welt ja stark zugenommen und gerade die vielen freiberuflich arbeitenden Frauen und Mütter nutzen ja die Möglichkeit, auf diese Art und Weise in der Berufstätigkeit zu bleiben, ohne den Nachwuchs allzu lange aus dem Auge lassen zu müssen. Auch aus diesen Gründen also ein spannendes und aktuelles Thema.

Hier nun aber meine ultimativen Tipps für die Arbeit im Home-Office

1. Rituale schaffen!

Ich bin ein großer Freund von Ritualen. Man könnte auch Routinen sagen, aber Rituale haben für mich einfach einen angenehmeren Beigeschmack. Routinen klingen fad, langweilig, nach immer gleichen Arbeitsabläufen.
Rituale hingegen haben etwas Mystisches, weihen auf bestimmte Umstände ein, sind feierlich. An solche kleinen für mich den Arbeitstag im Home-Office bestimmenden Rituale halte ich mich nur zu gern und sie teilen meinen Arbeitstag damit automatisch in gut zu verarbeitende Arbeitspakete ein.

Morgen-Ritual für Klarheit und Fokussierung

Mit meinem Morgen-Ritual starte ich z.B. in meinen Büro-Arbeitstag. Ich bereite mir eine große Kanne Tee zu, stelle eine meiner Lieblingstassen auf den Schreibtisch und sitze idealerweise spätestens um 9 Uhr an meinem Schreibtisch. Sollte dieser in der Hektik der An- und Abreisetage von und zu Seminaren ggf. unter Papier- und Materialbergen unterzugehen drohen, wird erst einmal alles auf einen großen Haufen auf die linke Seite verfrachtet und dann später nach und nach weggeräumt, abgearbeitet, entsorgt oder was auch immer zur Bewältigung nötig ist. Wichtig ist mir bei meinem Morgenritual aber vor allem Klarheit und Platz auf meinem Schreibtisch, damit ich die nötige äußere Ordnung habe, um mich fokussieren zu können.

Mittagspause für neue Energie unverzichtbar

Ein weiteres Ritual ist meine Mittagspause, die ich bewusst nicht am Schreibtisch verbringe. Meist meldet sich gegen 13 Uhr mein Magen und dann wird konsequent Mittagspause gemacht. Gerne auch mal 2 Stunden. So verbringe ich im Sommer liebend gerne Zeit auf meinem Balkon, wo ich dann lese, esse, ausspanne. Im Winter nehme ich mir hingegen die Zeit und koche gerne ausgiebig etwas leckeres, das ich dann verspeise. Ja, ich koche auch für mich alleine. Ich höre viele jetzt aufseufzen: “Aber, das lohnt sich doch gar nicht!” oder “Doch nicht für mich alleine!” oder ” Dafür hab’ ich gar keine Zeit!” Doch! Sage ich! Zeit dafür ist da, muss da sein! Und ich bin es mir eben wert! Mit einem frisch gekochten leckeren Mittagessen im Bauch aus guten frischen Zutaten denkt es sich später gleich wieder viel besser. Je nach Wetterlage ist auch mal ein kleiner Verdauungsspaziergang oder alternativ ein Mittagsschläfchen drin. Alles, was dazu beiträgt, dass ich nach der Mittagspause wieder fokussiert arbeiten kann. Sollte mir tatsächlich mal die Home-Office-Decke auf den Kopf fallen, verabrede ich mich auch gerne zu Lunch-Dates oder genieße einfach mal den Mittagstisch bei einem der Restaurants in meiner Gegend. Ja, ich gebe zu, einer der Vorteile, wenn man mitten in der Stadt wohnt!

Aufräum-Ritual zum Feierabend

Zum Abschluss meines Arbeitstages mach ich etwas ganz altmodisches: ich räume meinen Schreibtisch auf! Nicht immer folgt für mich ja am nächsten Tag wieder ein Bürotag. Ggf. bin ich am nächsten Tag in meiner Coaching-Praxis aktiv, dann packe ich meine benötigten Sachen dafür zusammen, räume weg, was ich nicht mehr benötige. Vielleicht ist der nächste Tag aber auch ein Reisetag für mich zu einem auswärtigen Seminarort. Dann will ich mich nicht zusätzlich noch mit einem unaufgeräumten Schreibtisch belasten. Wenn ich weiß, dass alles an seinem Platz ist, gibt mir das ein gutes Gefühl von Kontrolle und Sicherheit. Und lässt damit auch meinen Feierabend erholsamer werden, weil ich nicht noch an ‘lose Enden’ denken muss, die noch irgendwo rumliegen.

Individuelle Rituale als Weg zum Erfolg

Welche Art Rituale nun für Dich und Deinen Home-Office-Job die richtigen sind, kann ich natürlich nicht sagen. Bei mir haben sich diese hier herauskristallisiert. Vielleicht ist es bei Dir etwas ganz anderes, was Du aber jeden Tag machst und was Dich dabei unterstützt, Deinen Job gut zu machen. Das mus jeder für sich individuelle herausfinden. EIn Pauschal-Rezept gibt es hier leider nicht!

2. Anziehen als würde man gleich aus dem Haus gehen wollen!

Sicher hast Du auch schon mal im Pyjama in Deinem Home-Office gearbeitet oder hast Dich mit anderen auf den gängigen Social Media-Kanälen darüber amüsiert, dass Du für die Skype-Konferenz gerade mit Deinem Kunden nur schnell eine nette Bluse angezogen, Deine Haare in Ordnung gebracht, aber natürlich weiterhin die Jogginghose und die von Omi gestrickten Wollsocken unterm Schreibtsich getragen hast, oder?

Auch ich bin geständig: Ja! Auch gemacht! Fühlte sich auch mal ganz gut an, gemütlich, kuschelig. Aber spätestens nach dem halben Tag auch meistens irgendwie unangenehm. Nachdem ich mich mehrmals dabei erwischt hatte, im Pyjama am Schreibstisch gefrühstückt zu haben, um dann erst gegen Mittag festzustellen, dass ich mir nach dem Frühstück ja noch nicht mal die Zähne geputzt hatte, war Schluss mit gemütlich und kuschelig.

Schluffi-Klamotten = Schluffi-Einstellung

Ich sage nicht, dass man sich nicht wohlfühlen soll in seinem Home-Office (dazu mehr noch später!), aber zu wohl will ich mich hier an meinem Schreibstisch auch nicht fühlen. Nicht kuschelig – dazu habe ich mein Bett und meinen Mann! Nicht gemütlich – dafür habe ich mein Sofa und meine warme Decke! Sondern fokussiert, konzentriert und auf meinen Arbeitserfolg hin motiviert. Dazu passen keine Schlabberklamotten in denen ich meinen Kunden sicher niemals unter die Augen treten würde. Natürlich sitze ich hier auch nicht den ganzen Tag im Anzug zu Hause an meinem Schreibtsich rum, aber doch so angezogen und hergerichtet, dass ich jederzeit für einen spontanen Termin aufbrechen könnte, wenn ich dazu noch schnell in meinen Blazer schlüpfen würde. Das gibt mir das Gefühl von vorbereitet sein, erfolgreich sein und ist auch so etwas wie ein Ritual: ich mache mich fertig zur Arbeit! Und ob diese nun im Home-Office stattfindet oder in einem Hotel, wo meist meine Trainings und Seminare stattfinden, macht da für mich kaum einen Unterschied!

3. Ablenkung vermeiden!

Gerade bei unangenehmen Themen kennen wir ihn sicherlich alle: den schlagartig zuschlagenden Virus der Aufschieberitis! Je unangenehmer, desto eher sind wir bereit die Aufgaben in Angriff zu nehmen, die wir eigentlich auch nicht so gern mögen, aber eben doch lieber als das, was eigentlich getan werden muss. Dummerweise gibt es da im Home-Office eine ganze Menge mehr Ablenkungen als in einem normalen Büro. Bevor man sich an die neue Vertriebsstrategie oder an die Buchhaltung vom vergangenen Monat setzt, erscheint die Bügelwäsche auf einmal unheimlich attraktiv. Besonders weil man die ja auch mit dem Bügelbrett vor dem Fernseher erledigen kann. Oder das Bad, das viel dringender geputzt werden muss bevor man sich an den neuen Marketingplan macht oder das nächste Level beim neuesten Internet-Spiel, das noch erreicht werden soll bevor die Kunden-Telefonate geführt werden sollen? Und wem ist man schon Rechenschaft schuldig darüber, wann und vor allem OB diese Tätigkeiten überhaupt erledigt werden?

Aus diesen Gründen bevorzuge ich konkrete Arbeitszeiten im Home-Office. Morgens um 9 Uhr sitze ich an meinem Schreibtisch bis 13 Uhr mindestens. Fernsehen, Internet-Spiele, Haushalts-Tätigkeiten etc. sind in diesen 4 Stunden Tabu! Nach der Mittagspause gibt es eine erneute Arbeitsphase von mindestens 2 Stunden. Dies ist auch immer abhängig von Terminen, die ggf. in meiner Coaching-Praxis stattfinden oder anderweitig außer Haus stattfinden. Zwei Stunden sind aber am Nachmittag mein Ziel! Das klingt jetzt für den einen oder anderen vielleicht nach einem lockeren Arbeitstag: morgens 4 Stunden und nachmittags irgendwann nochmal 2 – aber damit komme ich zu meinem nächten Tipp!

4. Keine Rechtfertigungen!

Im Home-Office bin ich eben niemandem als mir selbst und den absolvierten Aufgaben Rechenschaft schuldig. Selbst wenn Du nicht wie ich selbstständig und freiberuflich arbeitest, sondern vielleicht angestellt aber im Home-Office, dann geht es ja nicht darum, nachzuweisen, dass Du x Stunden am Tag an Deinem Schreibtisch gesessen hast, sondern um das, was Du geschafft und erreicht hast.

Hör’ also auf damit, Dir einzureden, dass Du ja schließlich noch keine 8 Stunden am Tag gearbeitet hast wie andere Menschen in Festanstellung. Darum geht es nicht! Es geht um Erreichtes, Erfolge, Ziele! Und wenn Du diese in ein paar Stunden für Dich erreicht hast und damit auch noch Deinen Lebensunterhalt bestreiten kannst: Herzlichen Glückwunsch! Genieße Deine Freiheit und Freizeit! Ohne schlechtes Gewissen! Ohne Schuldgefühle!

5. Feierabend machen! Wochenende einhalten!

Genau wie die Mittagspause sind auch die Erholungszeiten unheimlich wichtig für Deinen Arbeitserfolg im Home-Office. Damit meine ich nicht, dass Du genau die Arbeitszeiten einhalten musst, die man langläufig so erwartet, z.B. der klassische 9-to-5-job. Nein! Vielleicht hast Du einen ganz anderen Arbeitsrhythmus. Vielleicht schläfst Du gerne lang und läufst abends zu Hochformen auf…. Vielleicht stehst Du um 5 Uhr morgens auf und arbeitest in den ersten 4 Stunden bis 9 Uhr morgens unsagbar effektiv… Wer weiß das schon? Egal, wie Dein individueller Rhyhtmus und Dein Arbeitstag aussehen, eines haben alle gemeinsam: Du  benötigst Pausen! Erholungspausen, um wieder klar denken zu können! Halte Dich an Deinen persönlichen Feierabend! Genieße Deine freien Tage! Diese müssen nicht unbedingt Samstag und Sonntag sein – aber gönne Dir freie Zeiten! Wer kennt das schließlich nicht: nach der ersten Urlaubswoche, wo die Gedanken noch kreisen, kommt der Kopf langsam zur Ruhe und auf einmal sprießen neue Ideen, kreative Ergüsse! Gönn’ Dir dies auch im normalen Alltag – dazu benötigst Du allerdings zwingend Ruhephasen! Die Verlockung im Home-Office ständig und vor allem selbst zu arbeiten, ist gerade als Selbstständige sehr groß – glaub mir! 😉

6. Netzwerken und Wissen teilen

Damit die Arbeit im Home-Office nicht zur Vereinsamung beiträgt, ist es unheimlich wichtig Netzwerke zu pflegen bzw. aufzubauen. Heutzutage gilt es dabei nicht nur die realen Netzwerke vor Ort zu bedenken, sondern natürlich auch die sozialen Netzwerke. Ich vertrete hierbei glühend die These, dass es keine Konkurrenz unter Kollegen im gleichen Arbeitsbereich gibt, sondern jeder die Kunden bekommt, die er verdient. Wenn ich mein Wissen mit anderen Kollegen teile, gebe ich keinen Wettbewerbsvorteil auf, sondern helfe anderen, die Kunden anzuziehen, die zu ihnen passen. Aus diesem Grund teile ich mein Wissen gerne real mit Kollegen, mit denen ich vertrauensvoll zusammen arbeite, wie auch mit Kollegen virtuell. Geben ist seliger, denn nehmen!

Mit Menschen gleichem Verständnis zusammen auf ein Ziel hin zu arbeiten bringt einen höher hinaus als in Konkurrenz und Missgunst zu anderen zu stehen.

Frei nach Erika Cook: ” Ich bin nicht interessiert daran, mit anderen zu kämpfen. Ich hoffe, wir alle schaffen es!”

7. Professionelle Ausstattung in angenehmen Arbeitsumfeld

Natürlich! Es ist NUR ein Home-Office! Da reicht doch der IKEA-Stuhl und die Billy-Regale. Auch der billige Laptop schafft das schon! Und egal, welche Ordner gerade im Angebot sind, die passen schon!

NEIN!

Wenn Firmen sich mit dem billigsten Arbeitsequipment zufrieden geben würden, hätten sie wahrscheinlich ständig Klagen von Arbeitnehmern am Hals, die sich über unzulängliche Arbeitsumstände beklagen würden. Wie selbstverständlich ist es aber, dass das Home-Office in den Abstellraum gequetscht wird, dunkel, mit den ausrangierten Möbeln der Schwiegereltern bestückt? Wie sollen da Höchstleistungen erbracht werden?

Eine Wohfühl-Atmosphäre ist meines Erachtens beim Arbeiten unerlässlich und wo kann ich besser Einfluss darauf nehmen als bei meinem eigenen Home-Office! Halte Deinen Arbeitsplatz frei von zu viel Ablenkungen in Form von Tütt und Tand, Nippes und Spielereihen, gestalte ihn hell und freundlich, so dass Du Dich an Deinem Arbeitsplatz wohlfühlen kannst. Nur dann kann Deine Arbeitsenergie sich dort auch richtig auf Deine Ziele fokussieren!

Ich weiß in diesem Fall, wovon ich spreche! Ich habe in den letzten Jahren zwar in einem großen, hellen Büro gearbeitet, das aber immer noch zusammengestückelt und notdürftig eingerichtet war. Seit ein paar Wochen kann ich mich endlich glücklich schätzen in einem harmonischen Arbeitsumfeld arbeiten zu dürfen, das wunderbar organisiert und für meinen Geschmack perfekt eingerichtet ist. Und ich kann sagen: es fühlt sich soviel besser an! (Siehe Foto)

Welche Tipps hast Du bezüglich des Arbeitens im Home-Office? Welche Rituale haben sich für Dich bewährt? Ich bin gespannt auf Deine Erfahrungen!

5 Gedanken zu „Arbeiten im Home-Office – 7 Tipps, wie es gelingen kann

    1. Liebe Birthe,

      vielen Dank für Deine Meinung. Insbesondere die “Rituale” sind tatsächlich auch Dinge, die ich aus meiner “Normal-Officeler”-Zeit mit übernommen habe. Im Home-Office fallen da einige Dinge aber naturgemäß eben einfach schwerer, weil man ja eben immer denkt, dass man ja eigentlich zu Hause ist, was man ja gemeinhin eher mit ‘Feierabend’ und ‘Entspannung’ assoziiert. Da helfen solche guten Gewohnheiten natürlich sehr – und auch das gilt meines Erachtens für’s normale Office.
      LG 🙂

    1. Liebe Claudia!
      Sehr gerne! Deine Auswertung ist ja auch toll geworden – werde diese gleich auch nochmal verlinken und auf Facebook mit meinen Interessenten teilen!
      Herzliche Grüße!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ihre Kommentareingaben werden zwecks Anti-Spam-Prüfung an den Dienst Akismet gesendet. Wir nutzen die eingegebene E-Mailadresse zum Bezug von Profilbildern bei dem Dienst Gravatar. Weitere Informationen und Hinweise zum Widerrufsrecht finden sich in der Datenschutzerklärung.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.