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Joy of Missing Out

Mit dem Einzug der sozialen Medien in unser Leben haben auch eine ganze Reihe von neuen Gefühlswelten Einzug gehalten. Sogar neue Worte wurden für diese Gefühle erfunden, die Du vielleicht bisher noch gar nicht gehört hast. Wenn ich sie Dir in diesem Artikel erkläre, weißt Du allerdings sicher trotzdem wovon ich spreche.


 

JOMO – Joy of missing out

Die Freude daran, nicht mitzumachen, das bewusste Abschalten, häufig sogar das bewusste Offline gehen

Dieses Gefühl stellt sich zumeist erst ein, nachdem man die Gefühle, die ich im Folgenden beschreiben will, alle durchlebt hat und in der Regel auch zu stark empfunden hat. Welch Freude kann es dann tatsächlich sein, nicht mehr alle an jedem Mittagessen teilhaben zu lassen. Ich bekenne, dass ich bei all’ der Bloggerei hier und der Promotion meines Businesses in den bekannten Netzwerken mehr und mehr zum JOMO-Genießer werde.

FOMO – Fear of missing out

Die Angst etwas zu verpassen

Eine Angst, die nicht neu ist. Früher hatten wir Angst, nicht auf die richtigen Partys eingeladen zu werden oder etwas entscheidendes nicht mitzubekommen, wenn wir die Party zu früh verlassen. Heute fühlt sich unser kuscheliges Sofa auf einmal gar nicht mehr so kuschelig an, wenn wir durch unsere Timeline bei Facebook, Twitter, Instagram oder Snapchat scrollen und sehen, was die anderen alles für tolle Dinge treiben während wir auf unserem Sofa vergammeln. Eine Umfrage der amerikanischen Seite mylife.com zeigt, dass sich 56 % der Nutzer von diesem Gefühl betroffen fühlen und 2014 nahm sogar das renommierte Oxford Dictionary diese Wortschöpfung auf.

Als einer der ersten hat sich Dan Ariely, Professor für Psychologie an der Duke University North Carolina mit diesem Phänomen beschäftigt und sagt:

“Es ist eigentlich die Angst, die falsche Entscheidung getroffen zu haben, wie man seine Zeit verbringt, und Social Media zeigt uns permanent, wie die Alternativen ausgesehen hätte.”

MOMO – Mystery of missing out

Die Angst, wenn Freunde plötzlich gar nichts mehr posten und die Fantasie mit einem durchgeht

Entweder steigert man sich in Sorgen hinein oder in den Neid, was andere wohl tolles erleben müssen, wenn sie nicht einmal Zeit finden, etwas zu posten.

Feeling blue

Das Gefühl, wenn man weiß, das jemand einen Post/ eine Nachricht gesehen hat, aber nicht reagiert (z.B. die klassischen blauen Häkchen bei WhatsApp)

Auf einmal lösen die sozialen Medien zwar keine ganz neuen Gefühle aus wie z.B. Neid, Missgunst oder Angst vor der Missachtung, aber doch in einer Regelmäßigkeit und Häufung wie es uns bisher nicht bekannt war. Die Schlussforlgerung liegt also nahe, dass die sozialen Medien uns in von Neid zerfressene Trauerklöße verwandeln, die nicht mehr in der Lage sind “echte” soziale Bindungen zu leben.

Sonja Utz, Psychologin und Professorin für Social-Media-Kommunikation an der Universität Tübingen meint allerings, dass so ein völlig verzerrtes Bild entstehe:

“Unsere Studien haben gezeigt, dass soziale Netzwerke viel häufiger positive Emotionen auslösen: Die allermeisten Menschen fühlen sich durch sie mit ihren Freunden verbunden un, informiert und unterhalten.”

Umgang mit FOMO

social media

Solltest Du also sehr anfällig für FOMO sein, entscheide Dich doch einfach ein paar Online-Freunde, die keine sind, aus Deiner Timeline auszumisten, um Dich wieder mehr mit den echten Freunden in der Timeline zu freuen. Denn Professor Utz’ Studien belegen hier auch, dass der Ansteckungseffekt von positiven Nachrichten unter Freunden sehr viel stärker ist, wenn man sich auch wirklich nahe steht.

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