Wie sag‘ ich’s dem Kinde? – Kritik richtig anbringen

Da sind sie wieder: die nervigen Stories, die Deine Freundin über Ihren Partner auspackt, kaum dass ihr mal fünf Minuten miteinander plaudert. Mal ganz davon abgesehen, dass sie natürlich auch mal wieder eine halbe Stunde zu spät zu Eurem Kaffee-Date aufgetaucht ist – wie üblich! Doch wie so oft, lässt Du das alles unangesprochen und ärgerst Dich im Stillen darüber.

„Sie müssen bitten!
Nach meiner Ansicht ist Bitten das allermächtigste – und am wenigsten beachtete – Geheimnis auf dem Weg zum Erfolg und zum Glück!“
-Percy Ross, amerik. Geschäftsmann

Solche oder ähnliche Situationen kennen wir wohl alle. Doch es fällt eben so unheimlich schwer, diese Punkte anzusprechen. Da ist natürlich die Sorge da, dass die Freundin einem das nachhaltig übel nehmen und sogar die Freunschaft kündigen würde. Doch was hilft es, wenn sich der Ärger langfristig immer stärker aufbaut und die Freundschaft auch dadurch vergiftet wird?

Also, was tun?

Die 3 Zutaten für kritische Botschaften

Kurzfristig hilft nichts anderes, als sich zu trauen und die Kritik offen anzusprechen. Knapp und freundlich. Außerdem ist die Verpackung bei diesem ’sauren Drop‘ das A & O. D.h. dass es sicher nichts schadet zum Start nochmal herauszustellen, was man am Gegenüber schätzt. Folgende 3 Zutaten sollte dann nach der süßen Verpackung der ’saure Drop‘ enthalten:

  1. was genau beobachte ich, konkret beschreiben, was kritisiert wird. Z. B. „Bei unseren letzten drei Verabredungen musste ich eine halbe Stunde auf Dich warten, heute hier, letztes Mal beim Italiener und auch als wir zum Shoppen verabredet waren.“
  2. was genau ist die Konsequenz für mich daraus, also welche Folgen hat es für mich. Z. B. „Ich habe mir selber voll Stress gemacht, um rechtzeitig hier zu sein, weil mir die Zeit mit Dir so wertvoll ist und sogar im Halteverbot geparkt und jetzt sitze ich hier dumm rum und warte.“
  3. wie fühle ich mich dabei. Z. B. „Da fühle ich mich voll blöd, mache mir so’nen Stress, um dann hier ungeduldig auf Dich zu warten. Außerdem bin ich traurig, weil ich das Gefühl habe, dass Dir unsere Treffen nicht so wichtig sind.“

Wozu diese drei Teile?
Mit dieser Formulierung erreichst Du beim Gegenüber sicher eine größere Betroffenheit und Nachdenklichkeit als wenn Du einfach sagst: „Hey, jetzt bist Du schon zum dritten Mal zu spät!“ Diese Formulierung wird eher als Tadel aufgefasst, während die ausführlichere Formulierung genauer erläutert, aus welchen Gründen man diese Sache anprechen möchte und so eine bessere Möglichkeit für eine Einigung erreicht.

Bitten statt forden

Ggf. kannst Du zum Abschluss noch einen vierten Teil mit einer Bitte oder einem Wunsch anknüpfen. Z. B. „Ich möchte Dich bitten, demnächst pünktlich zu sein oder mir im Vorfeld Bescheid zu geben, wenn es bei Dir eng wird, dann kann ich mich besser darauf einstellen. Was hältst Du davon?“

Die richtige innere Haltung

Langfristig stelle Dir am besten vor, wie die Situation weitergeht, wenn Du gar nichts sagst bzw. wie es sich anfühlen würde, wenn Du die Kritik ausgesprochen hast. Meist stellt sich ein stolzes oder zufriedenes Gefühl ein, wenn man sich vorstellt, darüber gesprochen zu haben. Während Unzufriedenheit wohl das Gefühl ist, das beschreibt, wie Du Dich fühlst, wenn es mit der Freundin immer so weiter geht. Halte Dir diese beiden Alternativen immer vor Augen – dann traust Du Dich garantiert!

 

Die 3 Zutaten, die ich oben benenne, basieren auf den Prinzipien des gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg. Folgendes Buch lege ich hierzu ans Herz:

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