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Lebenslektionen – 2: Was Joggen mit meinen Mann mir über Beziehungen beibrachte

In den Lebenslektionen, Teil 1 habe ich bereits eine Erkenntnis geteilt, die mir das Joggen am Strand über das Leben beigebracht hat. Eine weitere Lebenslektion – diesmal über Beziehungen – lernte ich als mein Mann und ich gemeinsam im Urlaub am menschenleeren Strand in Dänemark joggen wollten. Diese möchte ich heute mit Dir teilen!


Beziehungen

Joggen mit meinem Mann als Sinnbild für gelungene Beziehungen

Warst Du schon einmal gemeinsam mit Deinem Partner joggen? Ich weiß nicht, wie es Dir geht. Aber bei uns ist es auf jeden Fall so, dass wir nicht gemeinsam joggen gehen können. Mein Mann läuft ein Tempo, das sich für mich anfühlt als wäre ich gerade im Finale des olympischen 100m-Laufes aktiv. Andersherum langweilt mein Mann sich mit meinem Schnecktentempo zu Tode und fühlt sich überhaupt nicht gefordert. Wir haben bereits seit langem akzeptiert, dass Joggen eine Tätigkeit ist, die wir besser nicht gemeinsam durchführen sollten, da dies sonst fürchterlich endet. 😉

Im diesjährigen Urlaub in Dänemark machten wir uns morgens allerdings des öfteren gemeinsam auf den Weg an den Strand, um entlang der Wasserkante einen morgendlichen Lauf zu unternehmen. Als wir lostrabten und uns wie selbstverständlich irgendwann voneinander trennten, wurden mir bestimmte Parallelen zum Führen einer gelungenen Beziehung deutlich.

Wir gingen gemeinsam los. Wir sprachen ab, bis wohin wir beide ungefähr laufen wollten, um dann umzudrehen und zum Ausgangspunkt – unserer gemeinsamen Düne – zurückzukehren. Mein Mann trabte schnell voraus und zunächst sah ich ihn noch vor mir laufen. Bis ich irgendwann nur noch seine Turnschuh-Abdrücke im Sand vor mir sehen konnte, in die ich manchmal hinein lief, manchmal aber auch von seiner gewählten Ideallinie abwich.

An unserem verabredeten Wendepunkt kam mein Mann mir dann schon entgegen. Wir blieben kurz stehen, sprachen über unseren Hinweg, küssten uns und jeder ging bzw. lief auf dem Rückweg wieder seiner Wege. Gleiches Spiel also auf dem Rückweg. Ich verlor meinen Mann nie ganz aus den Augen, sah zumindest seine Fußtritte, wenn auch manche von den Wellen weggespült waren. An unserem gemeinsamen Ausgangspunkt wartete mein Mann freudestrahlend auf mich, winkte mir zu und gemeinsam stürzten wir uns zur Erfrischung nackt in die kühlen Fluten der Nordsee. Herrlich!

So sollten Beziehungen sein: man muss nicht ständig gemeinsam gehen, sollte sich aber nicht aus den Augen verlieren!

In Beziehungen, vor allem in langjährigen Beziehungen, kommt es immer einmal wieder vor, dass Paare sich in unterschiedliche Richtungen entwickeln, Interesse an unterschiedlichen Themen und Dingen entwickeln. Manchmal hat der eine Partner vielleicht sogar das Gefühl, den anderen abgehängt zu haben oder dass der andere Partner nicht mitkommen will auf einen bestimmten Lebensweg. Ich sehe da die Verbindung zu meiner Jogging-Erfahrung.

Nicht immer müssen wir mit unserem Partner im gleichen Tempo durchs Leben gehen oder gar genau den gleichen Weg beschreiten. Natürlich ist es schön, wenn man Teile des Weges gemeinsam bestreitet. Wichtig ist jedoch vor allem, dass man sich nie ganz aus den Augen verliert. Vielleicht hat der Partner in seiner Entwicklung einfach ein anderes Tempo, folgt den Fußspuren, die der andere Partner hinterlassen hat nur in seinem eigenen Tempo.

Vielleicht findet der andere Partner aber auch seine eigene Ideallinie. Solange man zwischendurch immer wieder Berührungspunkte (unser Austausch am Wendepunkt) findet, sich über den unterschiedlich gewählten Weg austauscht und Erfolge gemeinsam miteinander feiern kann (das gemeinsame Bad in der Nordsee), sehe ich in unterschiedlichen Wegen keinen Grund für ein Aufgeben der Beziehung. Im Gegenteil: oft sehe ich (leider immer noch besonders weibliche) Klienten in meinen Coachings, die Teile ihrer Persönlichkeit aufgeben, weil sie ihrem Partner auf dessen Weg folgen statt den eigenen zu gehen. Dies finde ich grundlegend falsch und kann nie zu Zufriedenheit auf beiden Seiten führen.

Schlage also Deinen eigenen Weg ein, stelle aber sicher, dass Du und Dein Partner Austauschmöglichkeiten einplant, z.B. einen gemeinsamen Abend in der Woche, der nur Euch beiden als Paar dient. Feiert Erfolge gemeinsam, auch wenn der andere Partner diesen Weg für sich nicht gewählt hat.

Welche Tipps hast Du noch für das Gelingen einer Beziehung?

Ich bin gespannt auf Deine Lebenslektionen zu diesem Thema – hinterlasse gerne einen Kommentar.

Herzlichst-
Jasmin*

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2 Gedanken zu „Lebenslektionen – 2: Was Joggen mit meinen Mann mir über Beziehungen beibrachte

  1. Liebe Jasmin, danke für deinen Artikel und dafür dass Du ihn an mich richtest, denn ja, er spricht mich auch direkt an. Seit Beginn basiert die Beziehung mit meinem Mann darauf gemeinsam loszulaufen um sich dann später, jeder nach seinem Lauf, wieder zu treffen. Das ist toll und ich wusste das immer zu schätzen. Aber im Leben dann waren wir immer öfter gezwungen zusammen “zu joggen” um den Alltag mit den Kindern, Job, Haus und Tier zu wuppen…..gar nicht gut. Und wenn dann mal jeder für sich joggt dann kommen wir nur noch selten gemeinsam an, oder laufen erst gar nicht gemeinsam los. Was tun? In der Theorie scheint es so einfach: sich öfter vom Alltag lösen, häufiger gemeinsame Momente schaffen, um über das jeweils erlebte auszutauschen und natürlich auch mal was zu zweit zu unternehmen. In der Tat ist das schwierig und scheint mir ein von jetzt an ständiger und immer wieder nötiger Arbeitsprozess zu sein. Arbeit an der Beziehung? Ich begreife mittlerweile dass eine Beziehung ein stetiger Arbeitsprozess, bei dem man aber auch mal ruhen kann.
    Das geht sicher vielen so die nicht gleich das Handtuch werfen, meine Gefühle fü ihn und meine Kinder sagen mir immer wieder dass es sich lohnt, ich würd nur gern mal wieder “ausruhen”.
    Danke für die Anregung das mal aufzuschreiben
    Deine Ilka

    1. Liebe Ilka,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Und ja: Beziehung führen ist eben auch Arbeit. Und natürlich je mehr Arbeit, desto mehr Alltag, desto mehr Verpflichtungen etc. Das ist wohl so… Aber wenn man sich nicht aus den Augen verliert, kann man eben zwischendurch auch mal ruhen. Und auch das ist immens wichtig, wie ich finde! 😉
      Liebe Grüße, Deine Jasmin

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