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Liebevolle Impulskontrolle

Mit liebevoller Impulskontrolle gewinnst Du das Gefühl zurück, dass Du Dein Leben selbst in der Hand hast und steuern kannst statt gesteuert zu werden. Wie Dir dies gelingen kann, erfährst Du hier.


Selbststeuerung

Selbststeuerung als liebevolle Sorge für Dich selbst

Sicher kennst Du auch das Gefühl, dass Du in Deinem Leben gar nicht mehr Herrin im Haus bist, sondern nur noch auf Anforderungen von außen zu reagieren scheinst. Unser Leben hat eine nie zuvor erreichte Geschwindigkeit aufgenommen, was dazu führt, das man ständig in Hetze lebt und selbst, wenn man alles erreicht zu haben scheint, was einen zufrieden machen könnte, noch immer das Gefühl hat, irgendetwas nicht geschafft zu haben. Die digitale Welt beschleunigt dabei das Gefühl etwas verpasst zu haben immens. (Wenn Du auch unter FOMO leidest und lieber JOMO haben willst, lies hier weiter! ;-))

Wenn Du es schaffst, den freien Willen wieder in Deinem Leben zu integrieren führt dies zu dem guten Gefühl, wieder die Macht über Dein Leben in der Hand zu halten. Dabei verringert sich auch automatisch das Gefühl der Hetze und des steten Hin- und-Her-Hüpfens, um an allen Ecken und Enden die akuten Lecks des Lebens zu stopfen. Dieses gute Gefühl kannst Du unter dem Begriff ‘Selbststeuerung’ abspeichern.

Selbststeuerung unterscheidet sich dabei allerdings von der Selbstdisziplin nicht nur dadurch, dass der Begriff sich ungleich freundlicher und sanfter anhört und anfühlt, sondern diese Freundlichkeit und Snftheit im Umgang mit Dir selbst auch wirklich beinhaltet. Bei der Selbstdisziplin geht es oft darum, bestimmte Gefühle zu unterdrücken und sich ein Verhalten aufzuzwingen. Genau dies ist bei der Selbststeuerung anders. Selbststeuerung bedeutet Innehalten, Wahrnehmen, Überlegen, Hinfühlen, ob Du diesem Impuls jetzt wirklich folgen willst.

Impulskontrolle mit der “Welpen-Technik”

Impulskontrolle bringst Du vielleicht eher mit der unangenehmen Selbstdisziplin in Verbindung. Sich selbst disziplinieren und nicht dem Impuls nachgeben, die ganze Tafel Schokolade auf einmal aufzuessen. Ja, das ist die rabiate Art mit den eigenen Impulsen umzugehen, sich etwas zu verbieten. Und eh Du Dich verseihst, ist Dein ganzes Leben voller Verbote und rigider Prinzipien, denen Du versuchst zu entsprechen. Doch wo bleibst Du dabei?

Stelle Dir beim Umgang mit diesen Impulsen (bleiben wir beispielhaft doch einfach bei Schokolade) einfach vor, dieser Heißhunger auf die angenehm beruhigende schmelzende Süße auf der Zunge wäre ein kleiner junger Welpe. Wie erfolgreich wirst Du beim Erziehen dieses Welpen wohl sein, wenn Du ihn beim ersten ungestümen Loslaufen barsch anschreist und ihm eine fürchterliche Angst einjagst? Das Beste ist es, ihn sanft immer wieder konsequent zurückzuholen. Dann wird er sich irgendwann automatisch Deinem Tempo anpassen. Sei also liebevoll im Umgang mit Dir und Deinen Impulsen. Und ja, das heißt auch, dass Du dem Impuls nach Schokolade nachgehen darfst statt NIE wieder Zucker zu Dir zu nehmen und Dich und Deinem Leben einer allgemeinen Askese zu unterwerfen.

So könnte Deine Gedankenwelt nach einem Schokoladen-Anfall also ungefähr wie folgt aussehen:

“Ok, das war lecker! Was hat mich jetzt eigentlich dahin getrieben? Was brauche ich jetzt wirklich damit ich entstressen kann? Wie fühle ich mich gerade? Was kann ich tun, um zur Ruhe zu kommen? Oder hilft mir gerade wirklich nur die Süße wieder auf die Sprünge, weil ich weiter funktionieren muss?”

Das “erschöpfte Ich” innehalten lassen

Dem Innehalten wird dabei eine besondere Beduetung zuteil, denn Stress vermindert die Fähigkeit zur Selbststeuerung, die in unserem Stirnhirn neuronal verankert ist. Das Stirnhirn ist dummerweise so überansprucht in unserer Multitasking-Welt, dass das triebgesteuerte Reptiliengehirn die Regie übernimmt und nur noch schnell dem Stress-Gefühl entkommen will. Doch leider nicht mehr aktiv selbst gesteuert, sondern triebhaft auf Ablenkung bzw. Erleichterung ausgerichtet, so dass es kein Wunder ist, dass wir dann matt und nahezu ins Leere starrend vor irgendeinem Bildschrim ‘abhängen’ oder die schnelle Befriedigung in Form von Schokolade, einem Glas Wein oder der Feierabend-Zigarette suchen.

Mit Selbstdisziplin versuchst Du vielleicht schon seit Jahren anzukämpfen gegen diese Automatismen und quälst Dich vom Sofa, um noch Deine Jogging-Runde um den Block zu drehen. Grundsätzlich natürlich gut. Nur blöd, dass genau dieses ‘Erzwingen’ wiederum den Stress verstärkt und damit kein Schritt aus dem Teufelskreis heraus ist, sondern ein weiterer Beitrag zum Drehen der Stress-Spirale.

Was also tun?

Halte inne. Frage Dich, was Dir jetzt gut tun würde. Dir und nicht irgend jemand anderem!

Es hilft natürlich, sich hier Vorbilder zu suchen, die auch ein freies, unangepasstes und achtsames Leben führen, denn sonst bist Du schnell wieder in Deinem sozialen Rahmen im Gefühl der Anpassung gefangen. (“Aber es gehen doch alle joggen, dann muss es doch gut sein – auch für mich!”)

Traue Dich immer wieder, Deiner Intuition zu folgen, Dein Bauchgefühl zu entwickeln, hinzuschauen, was Dein Körper Dir da meldet und dann eine bewusste Entscheidung zu treffen statt das Reptiliengehirn schalten und walten zu lassen wie es will. Das ist der sichere Weg raus aus dem Teufelskreis, hin zu einem Leben mit einer erreichbaren Vision Deiner Zukunft.

Wenn Du mehr zu diesem Thema lesen möchtest und auch die neurobiologischen Erkenntnisse verstehen möchtest, die in unserem Gehirn ablaufen, empfehle ich Dir das Buch “Selbststeuerung. Die Wiederentdeckung des freien Willens” von Prof. Joachim Bauer.

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