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Was tun gegen den Stress in der Weihnachtszeit?

Weihnachtszeit – Zeit der Freude?! Für viele Menschen eher die Zeit der Hetze und des Stresses. Meine 5 Tipps gegen den Stress in der Weihnachtszeit helfen Dir aus der Perfektionismusfalle auszusteigen, die besonders zu Weihnachten gerne zuschlägt.


Stress Weihnachtszeit

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…

Als ich meine Wochenplanung für diese Woche durchdacht habe, ging mir siedendheiß auf, dass es ja tatsächlich an der Zeit ist, auf dem Wochenmarkt einen Adventskranz zu kaufen. Denn am nächsten Sonntag steht der 1. Advent vor der Tür!

Ich habe zwar keine Ahnung, wie das passiert ist. Aber da es unweigerlich so ist, ist es jetzt auch unweigerlich an der Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wie diese schrecklich schöne Weihnachtszeit möglichst stressfrei über die Bühne geht. Schließlich soll es doch die schönste Zeit des Jahres sein, die uns daran erinnert, was uns wirklich wichtig ist im Leben!

Meist sieht es jedoch leider anders aus: vor einigen Jahren hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse ermittelt, dass 23 % der Westdeutschen und sogar 30% der Ostdeutschen die Weihnachtszeit “in erster Line [als] Stress” empfinden. Immerhin 73% freuten sich aber auch auf das Fest. Und irgendwie gehört es ja auch dazu, sich Gedanken über das schönste Geschenk zu machen, von Weihnachtsfeier zu Weihnachtsfeier zu hüpfen, für den Kindergarten noch schnell ein paar Plätzchen zu backen, die Kinder zur Probe des Krippenspiels zu fahren etc.

“Es ist Advent
und alles rennt.

Alle rasen wie verrückt
durch die Läden – voll geschmückt.
Hektik, Stress in allen Gassen,
überall sind Menschenmassen.

Es ist Advent
ein Lichtlein brennt.

…”

Auszug aus ‘Was ist Advent?’ von Anette Pfeiffer-Klärle

Weihnachtszeit – perfekte Zeit für die Perfektionismusfalle!

Doch woran liegt es eigentlich, dass wir dies als so stressig und manchmal nahezu auslaugend empfinden und dadurch die Schönheit dieser Zeit gar nicht mehr wahrnehmen können?

Da unterliegst Du – wenn es Dir so gehen sollte – zu einem Großteil wahrscheinlich Deinem eigenen Perfektionismus.
Schließlich soll doch auch alles wunderschön werden:

  • das neue Plätzchenrezept soll die anderen Mütter im Kindergarten umhauen,
  • die Kinder sollen eine unvergessliche Weihnachtszeit erleben, schließlich werden sie so schnell groß…
  • auf der Weihnachtsfeier in der Firma hat man vor den Kindern schließlich auch immer zu den letzten auf der Party gehört, schließlich gibt es da die besten Kontakte – da kann man doch jetzt nicht zurückstecken, auch wenn der kleine Fratz morgen früh um halb sechs am Bett steht und bespaßt werden möchte…
  • natürlich braucht der Baum in diesem Jahr ein neues Design, immer rot-gold ist schließlich langweilig….
  • Geschenke online bestellen? Nein, das geht gar nicht, da sterben doch die kleinen Läden in der Region!
  • Und die Weihnachtsgans/ -ente/-karpfen/ -… (ersetze gern beliebig…) muss in diesem Jahr perfekt werden, schließlich ist es das erste Mal, dass die Schwiegereltern da sind…
  • ….

Diese Liste ließe sich sicher beliebig lange fortsetzen. Und wenn auch nicht alles davon auf Dich persönlich zutreffen mag, gibt es auch bei Dir sicher die eine oder andere Sache, die Du vielleicht ein klein wenig übertreibst und perfektionieren willst. Tja, und der Preis von all’ diesen – ja durchaus gut gemeinten Dingen – ist halt der Stress und das Du ggf. vor lauter Machen und Perfektionieren gar nicht mehr dazu kommst einfach mal zu Genießen!

Natürlich ist überhaupt nichts falsch dran, alles perfekt und wunderschön, für sich und andere gestalten zu wollen. Vielleicht kennst Du dies eben auch nicht nur in der Vorweihnachtszeit von Dir. Und gerade dieser Hang zum Perfektionismus bringt Dich eben auch voran und hat Dir in Deinem Leben sicher auch schon viele Erfolge beschert. Wie bei so vielen Dingen im Leben macht hier auch die Dosis das Gift! In der Übertreibung wird es aus dem Perfektionismus eben auch gerne die Pedanterie. Und dazu gehört leider meist, dass man mit dem Erreichten nie zufrieden ist und Erfolge häufig auch gar nicht als diese erkennen kann, geschweige denn sich daran zu erfreuen. Die eigenen Ansprüche liegen nämlich meist so hoch, dass man selbst diese Messlatte kaum erreichen kann.

Natürlich liegt auch hierin ein Teil des Schlüssels zum Erfolg – das Streben nach Mehr, der Ehrgeiz. Doch wann ist es zuviel? Dies soll jetzt hier gar nicht zu einem Aufruf zum Gegenteil werden, kein Aufruf zur Nachlässigkeit, Schludrigkeit, zum Schlendrian. NEIN! Doch behalte doch bitte ein wenig im Auge, wo das rechte Maß verloren gegangen ist.

5 Tipps für eine stressfreie Weihnachtszeit

1. Entdecke die Grauzonen neu!

Ein Teil des Perfektionismus liegt darin begründet, das Perfektionisten gerne in Schwarz-Weiß-Szenarien denken:

  • Wenn ich die Plätzchen mit den Kindern für das Kindergartenfest nicht selber backe, bin ich eine schlechte Mutter!
  • Wenn ich bei der Weihnachtsfeier nicht bis zum Schluss bleibe, habe ich nie eine Karrierechance! usw.

Doch, ist das alles wirklich so? Liegt die Wahrheit nicht irgendwo rechts oder links daneben? Ob Du eine gute Mutter bist, hat sicher nichts mit Plätzchen zu tun! Vielleicht sogar im Gegenteil! Vielleicht hättest Du durch das Kaufen von Keksen die Zeit, mit Deinem Sprößling ganz entspannt die Märchen-Schaufenster in der Fußgängerzone anzuschauen statt ihn quengelnd daran vorbei zu ziehen, weil ja zu Hause der Backmarathon losgehen muss. Und die Karrierechance wartet nicht unbedingt am Boden des fünften Glühwein-Bechers auf Dich. Vielleicht erntest Du gerade den Respekt, den Du noch für Deine Beförderung brauchst, wenn Du für Dich sorgst und Dich rechtzeitig verabschiedest.

Überlege Dir, wo für Deine weihnachtlichen Aktivitäten die Grauzonen liegen und welche es wert sind, mit Leben gefüllt zu werden.

2. Übe Dich in Gelassenheit!

Tja, wenn das so einfach wäre, denkst Du jetzt vielleicht…. Ich habe dazu ein paar konkrete Übungen für Dich, wie Du es schaffen kannst, Dir eine Grundgelassenheit anzutrainieren. Auf Knopfdruck kommt diese nicht, da hast Du sicher recht. Denn bisher warst Du ja auch in Deinem Perfektionismus gefangen, hast auch die Vorteile davon genossen – da musst Du es der Angst vor dem Versagen in Deinem Inneren schon etwas schmackhaft machen, damit sie sich vertreiben lässt. Perfektionismus birgt ja auch immer die Angst vor dem Scheitern in sich, was Du bisher immer unbedingt vermeiden wolltest. Das ist auch gut und zutiefst menschlich! Doch behalte auch hier das Maß im Auge und übe mit den folgenden Übungen doch einfach mal auszuhalten wie es ist, wenn Du nicht perfekt bist – das führst Dich mehr und mehr zur Gelassenheit!

  • Auch wenn es schwer fällt – nimm morgens mal einen Bus später zur Arbeit! Halte es wie es ist, zu spät zu sein, nicht perfekt zu sein, nicht dem eigenen Anspruch zu genügen.
  • Sei bei der nächsten Verbredung fünf Minuten zu spät. Auch wenn Du bereits rechtzeitig da bist, bleib noch ein wenig im Auto sitzen, halte aus, wie es ist einmal ein wenig unzuverlässig zu sein und sieh was geschieht, wenn Du dann erscheinst.
  • Trag die Hose/ Bluse/ Rock mal ungebügelt!
  • Trag verschiedene Socken – zunächst vielleicht noch in der gleichen Farbe. Wenn Du geübter bist, kannst Du hochschrauben auf verschiedene Farben.
  • Kleckere im Café/ Restaurant mal bewusst etwas auf die Tischdecke, das Set oder einfach nur den Tisch.

Du siehst, worum es hier geht: erlaube Dir, unperfekt zu sein und traue Dich raus aus den eigenen Wertvorstellungen und Idealen, die Du Dir aufgebaut hast. Ich verspreche Dir, die Welt wird nicht untergehen, wenn Du mal unperfekt bist! Trau Dich und Du wirst mehr und mehr mit Gelassenheit belohnt!

3. Mache den Perfektionismus-Check!

Diese Übung machst Du am besten schriftlich! Überlege Dir auf der einen Seite genau, was Dir Dein Perfektionismus in den letzen Jahren in der Vorweihnachtszeit gebracht hat. Schreibe hier alle großartigen Leistungen auf, die Du vollbracht hast. Mache außerdem auch eine Bestandsaufnahme, ob es denn dann auch tatsächlich alles so gelaufen ist, wie Du es Dir vorgestellt hattest. Auf der anderen Seite stelle diesen Dingen bitte gegenüber, was Du einerseits alles tun musstest, um diese Dinge wenigstens annähernd zu erreichen. Und außerdem notiere, was Du aus diesem Grund auch verpasst hast, nicht mitmachen konntest etc.

Du wirt hierbei sicher feststellen, dass es doch nie so gekommen ist, wie Du es Dir vorgestellt hast und dass Du meistens eine sehr große Investition in Form von Stress, Lebenszeit und ggf. auch dem Verlust von dem einen oder anderen schönen Moment tätigen musstest, um etwas zu erreichen, was Du doch nie so 100%ig erreicht hast. Betrachte dies mal betriebswirtschaftlich: Lohnt sich solch eine Rechnung?

4. Feiere Deine Erfolge – egal wie klein sie sind!

Nach dieser Bestandsaufnahme hast Du Dich vielleicht bereits entschieden, die eine oder andere Tätigkeit in der Vorweihnachtszeit zugunsten Deiner eigenen Stressbelastung aufzugeben. Doch sicherlich wird es das eine oder andere geben, was Dir trotzdem weiterhin wichtig und worauf Du auch stolz sein lannst – zu Recht! Dann sei es auch! Feire Dich selbst und belohne Dich in dieser Zeit des Jahres auch mit kleinen Besonderheiten, wenn etwas besonders gut gelungen ist.

Beispiel:
15.12. und Du hast bereits alle Weihnachtsgeschenke beisammen, verpackt und abfahrbereit im Wäschekorb verstaut? Perfekt! Kein Grund jetzt noch loszurennen, um noch weitere Dinge für die Lieben zu besoregen, die die Geschenke vielleicht sogar überfrachten. Nein, gönne Du Dir doch einmal einen Bummel durch die lichterfüllte Stadt, kaufe Dir selbst vielleicht eine Kleinigkeit, die auf keiner Wunschliste gestanden hat, wärme Deine Hände an einem Becher Feuerzangenbowle und beobachte die Menschen, die noch durch die Stadt rennen.

5. Sei achtsam!

Bereits im letzten Beispiel steckte die Achtsamkeit für den Moment ja bereits drin. Richte Deinen Fokus in dieser Zeit verstärkt auf den Moment statt alles auf den großen Moment am 24.12. zu richten, der dann so vielleicht doch nie kommt. Vielleicht steckt Dein Weihnachten in dem Moment der Rührung, den Du beim Adventskonzert erlebst oder beim Schauen des Weihnachtsfilms, den Du schon als Kind immer geguckt hast. Genieße diese Momente statt zu rennen, von A nach B zu hetzen und nie diese besonderen weihnachtlichen Gefühlsmomente zu erleben, die Du vielleicht noch aus Deiner Kindheit in Erinnerung hast.


So, der Radiomoderator bei mir spricht gerade von einer recht größen Möglichkeit, dass Weihnachten in diesem Jahr weiß werden könnte – genießen wir also doch diese ganz besondere Zeit stressfrei und besinnen uns auf den Kern der Weihnachtszeit. Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg und Spaß und vergiss nicht: vielleicht tut es auch der bereits fertig geschmückte Adventskranz, den Du beim Floristen kaufst….

In diesem Sinne – einen achtsamen 1. Advent!
Deine Jasmin*

 

P.S. Achja, eine ölige Unterstützung gibt es gegen den Stress in der Weihnachtszeit übrigens auch noch: Stress Away! Lies hier, wie Dir dieses ätherische Öl bei der Stressbewältigung helfen kann.

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