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Visionen? Damit sollten Sie aber schnell zum Arzt!

“Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man strebt,
nach der man sich sehnt, die man verwirklichen möchte,

dann gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen.
-Erich Fromm (1900-1980), amerik. Psychoanalytiker dt. Herkunft

Vision Umsetzung
Peter Freitag / pixelio.de

Zum Beginn eines Jahres ist es für viele Menschen obligatorisch, sich mit den Zielen für das vor ihnen liegende Jahr zu beschäftigen. Auch wenn dieses Jahr bereits wieder drei Wochen auf den Schultern hat, ist es nicht zu spät, sich Gedanken über die Dinge zu machen, die Sie in diesem Jahr erreichen wollen. Für mich als Coach ist die Auseinandersetzung mit Zielen ein wichtiger Bestandteil meiner täglichen Arbeit. Deshalb mache auch ich persönlich mir natürlich regelmäßig Gedanken über dieses Thema. Bereits in vorhergehenden Blog-Artikeln (Ziele sind die Leitplanken Ihres Handelns + 7 Tipps, damit die Neujahrsvorsätze sich nicht in Luft auflösen) habe ich dazu ein paar meiner Gedanken mitgeteilt. Angeregt von Christian Bosserts Blogparade ist es aber sicher noch nicht zu spät, dieses wichtige Thema erneut zu beleuchten.

Definition von Zielen

Zur Definition von Zielen eignet sich meines Erachtens immer wieder das mittlerweile sehr bekannte SMART+-Prinzip. SMART+ bildet dabei eine Eselsbrücke für die einzelnen Kriterien, denen Ihr Ziel entsprechen sollte. Diese sind:

  • S = spezifisch und konkret! (Was genau wollen Sie am Ende des Jahres erreicht haben und was wollen Sie ganz genau dafür tun, um es zu erreichen?)
  • M = messbar! (Woran erkennen Sie, dass Sie Ihr Ziel am Ende des Jahres erreicht haben? Was genau hat sich verändert? Was genau ist passiert?)
  • A = attraktiv! (Wwas ist überhaupt Ihr Beweggrund das Ziel erreichen zu wollen? Was reizt Sie daran? Welches tieferliegende Motiv gibt es dafür?)
  • R = realistisch! (Wer hat es überhaupt in der Hand, dass Sie das Ziel erreichen können? Können Sie dies allein bestimmen oder hängt es von anderen ab? Wie groß ist die Realisierungsmöglichkeit? Wer ist noch davon betroffen? Welche Auswirkungen hätte das Erlangen auf meine Umgebung? Welche Ressourcen benötige ich und stehen mir diese zur Verfügung?)
  • T = terminiert! (Bis wann soll das Ziel erreicht sein? Welche Schritte machen Sie wann genau, um es zu erreichen? Wann legen Sie los?)
  • + = positiv formuliert! (Formulieren Sie aus, WAS Sie tun wollen – nicht das, was Sie ggf. nicht mehr tun wollen! Denn in Ihrem Gehirn setzt sich fest, was Sie sich vorstellen und da wollen Sie doch sicher das erreichte Ziel visualisieren und nicht den Notstand aus derm heraus Sie ggf. handeln, oder?)

Sie sehen, wenn man sich zu jedem kleinen Ziel, das man in diesem jahr gerne erreichen will, mit den o.g. Fragen intensiv auseinandersetzt, ergibt sich daraus fast so etwas wie ein konkreter Handlungs- oder fast schon Projektplan.

Regelmäßiger Check-Up – nicht nur beim Arzt!

Viele Menschen sagen natürlich, dass das Vorgehen nach dem o.g. Prinzip nicht funktioniert. Wenn ich da genauer nachfrage, liegt es aber zumeist entweder daran, dass die Formulierung nicht exakt genug an den obigen Vorgaben entlang entstanden ist. Oder ganz einfach daran, dass zwar nach dem obigen Prinzip vorgegangen wurde, aber dann nichts mehr passiert ist. Nichts passiert heißt in dem Fall, dass der Zettel mit den wohlgemeinten Zielen einfach in einer Schublade verschwunden ist und am Ende des Jahres erinnert man sich vielleicht an die Ziele, um festzustellen, dass man ja gar nichts dafür getan hat, geschweige denn, dass man noch weiß, wo denn der verdammt Zettel abgeblieben ist… geht es Ihnen auch so?

Tja, leider funktionieren wir Menschen oft so. Scheinbar glauben/ hoffen/ wünschen wir uns immer noch, dass die gute Fee irgendwann einmal vorbei kommt und uns alle unsere Wünsche erfüllt. Doch dummerweise ist es einfach sicherer, nicht auf die Fee zu warten, sondern selbstbestimmt an dem Leben zu arbeiten, dass Sie sich wünschen. Deshalb empfehle ich Ihnen für Ihre Ziele einen regelmäßigen Check-up! Wahrscheinlich gehen Sie auch 1-2x im Jahr zum Zahnarzt, egal ob etwas weh tut oder nicht. Noch regelmäßiger sollten Sie sich mit Ihren Zielvorstellungen auseinandersetzen:

  • Ich empfehle mindestens monatliche Reviews. Erstens wissen Sie da immer noch, in welcher Schublade der Zettel mit den Zielvorstellungen verschwunden ist und zweitens lassen sich monatlich ggf. erste Erfolge festhalten, Modifikationen am was und wie einplanen etc.
  • Wöchentlich sollten Sie dann bei der Berücksichtigung Ihrer Termin- und Wochenplanung natürlich auch Ihr Ziel im Auge behalten.

Oder glauben Sie Reinhold Messner hätte den Mount Everest bestiegen, wenn er nicht irgendwann einmal losgegangen wäre und vorher eine langwierige Planung kontinuierlich voran getrieben hätte?

Tools, Tools, Tools….

Ob und welcher Einsatz von Tools für Sie sinnvoll ist, hängt natürlich von der Menge und Größe Ihrer Ziele ab. Sicher ist es ein Unterschied, ob Sie als Privatmensch für sich zwei/ drei Dinge in Ihrem Leben ändern wollen oder ob Sie als Geschäftsmensch mit Ihrem Unternehmen Projekte und Ziele zum Unternehmensfortschritt vorantreiben wollen von dem ggf. mehrere Mitarbeiter betroffen sind.

So kann als Tool mein oben bereits besagter Zettel ausreichen.

Ggf. benötigen Sie aber auch eine Projektplanungs- und verwaltungssoftware.

Diese Frage ist also schwierig zu beantworten. Ich persönlich LIEBE Evernote als Verwaltungssystem für meine persönlichen Ziele und meine beruflichen Planungen. Evernote sammelt und speichert dabei meine ganz konkrete Vorgehensweise, wie auch Ideen und Inspirationen hierzu. Es ist ein massives Tool, das Sie bravourös unterstützen kann. Bei mir ist Evernote so etwas wie die Schaltzentrale für mein tägliches Arbeiten! (Ich erhalte für diese Aussage in keinster Art und Weise eine Provision von Evernote – dies ist meine persönliche und unabhängige Meinung.) Außerdem erinnert mich Evernote montlich an mein Ziel-Review und in von mir zu verwaltenden Abständen auch an die konkreten Handlungsschritte, damit ich mein Ziel erreiche. Sie merken, meine Begesiterung für dieses Tool schlägt Wellen! 😉

Wunderbare Hilfestellungen für Evernote bietet Ihnen übrigens der Blog von Thomas Mangold.

Coaching – als sinnvolles Analyse- und Motivationstool beim Erreichen Ihrer Ziele

Nicht zuletzt ist es natürlich mein Job als Coach mit Menschen an ihren Zielen zu arbeiten. Nicht anders verstehe ich eben meinen Beruf – Sie haben ein Ziel und ich unterstütze Sie dabei in der Erreichung. Manchen Menschen reichen schon ein/ zwei intensivere Coachingsitzungen am Anfang, um sich dann im Laufe des Jahres immer mal wieder einen kleinen “Kick” bei mir abzuholen. Ich als Coach fungiere dann als Instanz vor der man sich rechtfertigen muss/ darf, neuer Ideengeber, erinnere an gewählte Wege, hinterfrage, rege zur Reflexion des gewählten Weges an etc.

Worauf warten Sie also noch – das Leben ist schließlich keine Generalprobe!

Und die Visionen – was war noch mal mit denen?

Es scheint fast sogar: je mehr über die Vision geredet wird, desto weniger wird sie gelebt. Und: Da Ziele nicht mehr so sexy sind, wird gerne über Visionen geredet. Die haben etwas Magisches. Ziele sind dagegen viel zu langweilig geworden. Doch genau das ist der Fehler. Ziele sexy machen, das ist die Kunst! “Selbst der längste Weg beginnt mit einem Schritt”, heißt es bei Laotse. Wer diesem zum Kalenderspruch mutierten Satz oberflächlich abhakt, irrt gewaltig. Denn er enthält eine tiefe Erkenntnis. Laotse benennt beides: den längsten Weg (Ziel/ Überblick) und den Schritt (Hier und Jetzt/ Detail). Er gibt uns eine klare Orientierung: Wisse, wohin Dein Weg gehen soll, und schaue vor Dir auf den Weg. […] Ziele können Ihre Schritte beflügeln, aber gehen müssen Sie dennoch Schritt für Schritt. Wer auf dem Weg eine Vision findet, der danke Gott.” (aus: wirtschaft + weiterbildung 05/2014, Managementtrainer Boris Grundl)

Dem habe ich nichts hinzuzufügen!

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Vereinbaren von Zielen gemacht? Welche Rituale pflegen Sie dazu? Ich bin gespannt auf Ihre Meinung zu diesem Thema!

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