Ziele sind die Leitplanken Ihres Handelns – was wollen Sie in 2012 noch tun, vervollständigen oder wenigstens starten?

Seit ich selbstständig arbeite, weiß ich um die Wichtigkeit, sich für die eigene Arbeit Ziele zu setzen. Denn wie kann ich meinen Ort der Träume erreichen, wenn ich nicht mal weiß, wo der Hafen ist, den ich ansegeln muss?

„Dem weht kein Wind, der keinen Hafen hat, nach dem er segelt.“
Michel de Montaigne (1533-92), frz. Schriftsteller, Essayist u. Philosoph

Als ich noch angestellt arbeitete, wollte mir nie so recht in den Kopf, weshalb nun Ziele für das kommende Jahr festgelegt werden sollten, wenn doch sowieso zumeist ad hoc neue Arbeitsergebnisse von mir eingefordert wurden? Doch seit meiner selbstständigen Arbeit ist mir klar geworden, dass es in allen Bereichen des Arbeitslebens und vielleicht sogar gerade für angestellte Mitarbeiter immens wichtig ist, einen Zielpunkt zu haben, einen höheren Sinn für das eigene Tun zu verstehen, um motiviert und effektiv an den eigenen Aufgaben zu arbeiten.

Leider erlebe ich in meiner Training- und Coaching-Tätigkeit aber auch immer wieder, dass Mitarbeitern, die Ziele ihres Unternehmens nicht klar sind, nicht klar gemacht werden oder (im schlimmsten Fall) die Unternehmen sich über ihre eigene Zielausrichtung selbst gar nicht klar sind.

Was also tun?

  • Sind Sie Mitarbeiter und verstehen gar nicht so recht, wieso Sie tun, was Sie tun und Ihre Führungkraft erläutert Ihnen die Ziele auch nicht? Dann fordern Sie aktiv eine Erklärung ein! Ziele sind nicht nur eine Bring-, sondern auch eine Hol-Schuld von Ihrer Seite! Sie helfen Ihrer Führungskraft bei der eigentlichen Führungsaufgabe und motivieren sich selbst dadurch langfristiger, wenn Sie den Sinn und Zweck Ihres Tuns verstehen.
  • Sie führen ein Unternehmen oder sind selbstständig oder Sie wollen sich für Ihren eigenen Arbeitsrahmen, den Sie eigenverantwortlich vorantreiben wollen, Ziele setzen? Oder Sie wollen gar im Privatleben – nach einer Standortbestimmung, die Sie unzufrieden gemacht hat – Änderungen vornehmen, die nach klaren Zielvorstellungen schreien? Dann halten Sie sich für Ihre Zielvereinbarung an folgende Grundregeln:

Fixieren Sie Ihre Ziele schriftlich!
Die Schriftlichkeit garantiert eine größere Verbindlichkeit. Nach einer oft zitierten Harvard-Studie sollen 3% der Studienabgänger, die ihre Ziele für ihre Karriere schriftlich fixiert haben, zehnmal so viel verdienen als die, die dies eben nicht getan haben. An der Echtheit dieser Studie lässt sich zwar mittlerweile stark zweifeln, aber probieren Sie es doch einfach selbst einmal aus….

Als ich 2006/2007 in meine Selbstständigkeit gestartet bin, habe ich meine Ziele in ein zerschlissenes Ringbuch geschrieben… und die Hoffnungen und Erwartungen waren zudem fest in mein Herz graviert. Natürlich habe ich immer wieder von großen Erfolgen, Aufträgen etc. geträumt, aber als ich dann ein Jahr später mit meinen Zielen abglich, konnte ich wenigstens sehen, wie weit ich bereits gekommen war in diesem einen Jahr.

Formulieren Sie Ihre Ziele SMART+!


Spezifisch = benennen Sie eindeutig und klar, was Sie tun werden, wie Ihr Endergebnis nach Zielerreichung aussehen soll. Schildern Sie hier so konkret wie möglich. Schwammige Umschreibungen wie “Ich will nächstes Jahr erfolgreich sein!”sagen gar nichts aus. Was heißt erfolgreich für Sie? Heißt es am Jahresende 10.000 € auf dem Konto über zu haben oder woran messen Sie Ihren Erfolg?

Messbar = geben Sie überprüfbare Kriterien an anhand derer festgestellt werden kann, ob Sie Ihr Ziel erreicht haben oder nicht. Beliebtestes Beispiel hierfür sind natürlich die 10kg, die die Waage am Ende Jahres weniger anzeigen soll. Für andere Ziele (z.B. sich wohler fühlen) gibt es natürlich nur schwer allgemeingültige Kriterien, aber veruchen dann den Ist-Zustand und den Soll-Zustand vielleicht auf einer Skala von 1 bis 10 festzulegen oder ähnliches.

Angemessen = das Ziel sollte eine derartige Attraktivität bestitzen, dass es zwar schon einen gewissen Kitzel auslöst, ein gewisses Risiko, dass es vielleicht nicht erreichbar sein könnte. Denn nur dann fordert es Sie auch heraus und appelliert an Ihren Spieltrieb! Aber es sollte dennoch erreichbar sein innerhalb Ihrer persönlichen Grenzen. So hat sich eine Bekannte von mir z.B. gerade vorgenommen, im nächsten Frühjahr ihren ersten Halbmarathon zu laufen – attraktiv und vielleicht auch bißchen risikoreich, aber gerade genug, um ihren Ehrgeiz anzustacheln. Erreichbar aber deshalb, weil sie bereits seit Jahren regelmäßig läuft und bereits Erfolge auf 5- und 10km-Strecken verzeichnen kann. Hätte sich dieses Ziel nun aber ein übergewichtiger Mensch gesteckt, der zwei Schachteln Zigaretten am Tag raucht und bereits beim Gang zum Briefkasten aus der Puste kommt, wäre es wohl alles andere als erreichbar. Attraktiv vielleicht trotzdem, aber eben nicht erreichbar!

Realistisch = Ist das Ziel überhaupt von Ihnen alleine erreichbar? Oder sind ggf. andere so stark in dieses Thema involviert, dass Sie alleine gar nicht gerade stehen können für die Erreichung dieses Ziels? Dann überprüfen Sie nochmal und setzen vielleicht einfach kleinere Zwischenschritte zu Ihrem Ziel an, die nicht so stark von der Handlung anderer Menschen beeinflusst sind.

Terminiert = bis wann wollen Sie Ihr Ziel erreicht haben? Nur mit so einer konkreten Zeitvorgabe wird das Ziel ja überprüfbar.  Die Aussage  “Ich werde 10 kg abnehmen” ohne ein konkretes Zeitfenster birgt ja überhaupt noch keine Verbindlichkeit und Änderung im Tun, denn dass das viele Menschen auf dieser Welt wollen (ich übrigens auch… ;-)) ist ja vielleicht unbestritten, aber erst die Angabe des Zeitrahmens verpflichtet dann ja zu konkretem Handeln.

+ = formulieren Sie Ihre Ziele positiv, d. h. beschreiben Sie das, was Sie tun werden und nicht das, was Sie nicht mehr tun werden. Mit der Verneinung erreichen Sie nur automatisch, dass Ihr Gehirn sich immer wieder an das, was Sie ja nicht mehr wollen, erinnert, statt sich auf das neue Ziel zu fokussieren!

Es ist so wichtig, für das eigene Leben Ziele zu setzen, damit Sie eben nicht am Ende des Weges zurückblicken müssen und sich grämen über all’ die Dinge, die Sie in Ihrem Leben nicht getan haben! Aus diesem Grunde möchte ich Sie in dieser Woche anregen, ein kleines Plätzchen in ihrem vollen Kalender zu finden, wo Sie sich einmal ungestört Gedanken über ihre Ziele für den Rest dieses Jahres machen werden! Was wollen Sie in 2012 noch tun, vervollständigen oder wenigstens starten?

Mit dem Umbau meiner Webseite, dem Start dieses Blogs mit regelmäßgien Artikeln und meiner neuen Fan-Seite bei Facebook (sie dürfen mich gerne LIKEN) habe ich bereits vorgelegt, denn diese Projekte standen auf meiner Ziel-Liste für das Jahr 2012! Jetzt sind Sie dran! 😉

Ich freue mich nun auch hier in meiner Kommentar-Box über Ihre Ziele zu lesen! Oder benötigen Sie ggf. Hilfe bei der Zielbeschreibung, weil sich gerade alles etwas wirr anfühlt? Dann lassen Sie uns in einem Coaching gerne gemeinsam den verknoteten Faden entwirren!

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