Home-Office im Einklang mit dem Zyklus

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation ist nun eine aktuelle Anordnung der Bundesregierung in Kraft getreten, wonach Unternehmen ihre Mitarbeiter wo immer möglich ins Home-Office schicken sollen. Das möchte ich zum Anlass nehmen, meinen Artikel aus dem Jahr 2015 mit 7 Tipps zum Arbeiten im Home-Office ein wenig upzudaten.

Meinen 7 Tipps, die ich im Jahr 2015 zum Arbeiten im Home-Office gegeben habe, ist eigentlich gar nicht so viel hinzuzufügen.

Doch natürlich ist die Situation derzeit

  1. ein wenig anders (ggf. ist die ganze Familie zu Hause, Kinder wollen versorgt und/ oder beschult werden, mehrere Mitglieder müssen zu Hause arbeiten,…), so dass hier vielleicht eine andere Auslegung bzw. Gewichtung dieser Tipps zu beachten ist und 
  2. möchte ich insbesondere für Frauen meine Erkenntnisse aus dem Zyklus-Coaching in diese Tipps einfließen lassen.

Gehen wir die 7 Tipps doch einmal nacheinander durch und ergänzen entsprechend:

1. Rituale schaffen

Um das Arbeiten mit mehreren Familienmitgliedern gemeinsam zu Hause und Kindern, die ggf. auch noch die Schule zu Hause absolvieren müssen, zu bewältigen, ist dieser Punkt immens wichtig!

Und zwar in der Art und Weise, dass es für die vorangehende Woche idealerweise bereits am Sonntag so etwas wie einen gemeinsamen “Stundenplan” gibt:

  • Wer hat wann welche Video-/ Telefonkonferenzen?
  • Welche Pausenzeiten wollen wir einplanen?
  • Wann wird gegessen, Sport gemacht, frische Luft getankt?
  • Wer benötigt wann welchen Arbeitsplatz? Wann geht das Sofa, wann wird der Esstisch benötigt,…?

Wenn du einen Menstruations-Zyklus hats oder einem Mond-Zyklus folgst, wird dir auffallen, dass nicht in jeder Phase dieses Zyklusses die gleichen Rituale funktionieren. Ich gebe dir ein Beispiel: Die Phase des Inneren Frühlings ist zumeist dadurch gekennzeichnet, dass man kreativ und spielerisch arbeiten möchte. Bei mir heißt das dann zum Beispiel, dass ich in dieser Phase meines Zyklus nicht so gerne am Schreibtisch sitze und dort arbeite. Sondern ich lümmele da dann gerne auf dem Sofa oder liege sogar vor meinem Laptop auf dem Fußboden. In meiner hochproduktiven Phase, meinem Inneren Herbst, folge ich meinem Zeitplan dafür meist sehr genau und sitze morgens um 9 Uhr am Schreibtisch.

Hier wird auch schon das Spannende am Zyklus-Coaching deutlich, denn wenn du dich und deinen Zyklus besser kennst, kannst du deine Rituale hierauf ganz individuell abstimmen.

2. Anziehen als würde man gleich aus dem Haus gehen wollen

Tja… diesen Punkt meiner Tipp-Liste würde ich im allgemeinen Trend der Jogginghose derzeit zwar weiter nach hinten setzen. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass es für die innere Einstellung einen Unterschied macht, ob ich im Pyjama vor dem PC sitze oder sagen wir mal “normal angezogen”. Gerade wenn Kinder im Spiel sind, halte ich es auch für relevant, dass man diesen vorlebt, dass auch ein einigermaßen “normaler” Tagesablauf bestehen bleibt in dieser eh schon merkwürdigen Zeit.

Aus dem Zyklus-Coaching heraus wirst du vielleicht bei dir feststellen, dass du in bestimmten Phasen deines Zyklus regelrecht Lust darauf hast, dich schick zu machen und im Home-Office vielleicht sogar den Lippenstift aufzulegen. Das ist zumeist während der Phase der Ovulation zu beobachten, wo wir uns in der Regel “sexier” fühlen und auch gerne angeschaut werden wollen. Während der Menstruation gebe auch ich der Jogginghose den absoluten Vorrang und mein Heizkissen liegt selbst bei Online-Seminaren auf meinem Bauch – sieht ja keiner

😉

3. Ablenkung vermeiden

Dieser Punkt geht natürlich Hand in Hand mit dem ersten Tipp. Und insbesondere wenn Kinder im Haushalt sind, sollte die Absprache, wer wann welche Betreuungsaufgabe übernimmt, einen enorm hohen Stellenwert einnehmen, um eben gerade bei wichtigen Aufgaben und Tätigkeiten, Ablenkungen vermeiden zu können. 

Im Laufe des Zyklus erleben wir Phasen, wo wir uns leichter ablenken lassen und auch bereiter sind, uns auf andere Menschen oder Dinge einzulassen. Während meines Inneren Frühlings zum Beispiel muss ich besonders darauf achten, dass ich konzentriert an einer Sache dran bleibe. Doch es gilt dann hier eben auch großzügig mit sich zu sein, wenn man dieses Wissen über sich und seinen Zyklus hat. In den ca. 7 Tagen meines Inneren Frühlings schaffe ich meist nicht so viel, habe aber viele kreative Ideen, die ich dann wiederum in meinen produktiven Phasen im Inneren Sommer und im Inneren Herbst abarbeiten kann.

4. Keine Rechtfertigungen

Dieser Punkt greift natürlich direkt auf den letztgenannten Absatz zurück, wobei dies natürlich vor Arbeitgebern vielleicht nicht ganz so leicht zu argumentieren ist. Doch schlussendlich geht es ja eigentlich darum, DASS deine Arbeit erledigt wird und wenn es Deadlines gibt, sollte die Planung eben so weit gehen, dass du die Phasen des Zyklus dabei bereits berücksichtigst.

Genaus das kann Zyklus-Coaching leisten!

5. Feierabend machen! Wochenende einhalten!

Leichter gesagt als getan, denn wenn die Arbeiten noch nicht erledigt sind, weil das Kind über den Tag auch noch beschult werden musste, wird der Abend sicher gerne mal länger…. Und Arbeit und Privates ist in den letzten Jahres ja eh immer mehr ineinander geflossen.

Dagegen ist auch gar nichts zu sagen. Doch es sollte klare Regeln geben, wann wirklich spätestens Schluss ist mit der Arbeit. (Deadline-Nachtschichten davon ausgenommen!) 

Schließlich bringt es langfristig auch nichts, abends immer noch bis 23 Uhr Dinge nachzuarbeiten, die dann entweder fehlerhaft sind, weil man vor lauter Müdigkeit einfach nur noch unkonzentriert ist oder wenn der Wecker am nächsten Morgen wieder um 6 Uhr klingelt, damit die Kids zur ersten Stunde um 7:45 Uhr parat vor der Video-Konferenz sitzen.  

Wenn man die Erkenntnisse über den eigenen Zyklus hier einfließen lässt, weiß man auch, wann der eigene Körper solche Nachtschichten besser verkraften kann oder wann vielleicht sogar konzentriertes langes Arbeiten gut funktioniert, während das eine Woche später vielleicht überhaupt nicht mehr möglich ist.

6. Netzwerken und Wissen teilen

Wir sehen uns wohl alle einerseits nach Kontakten zu anderen, denn man droht ja derzeit im Home-Office wirklich zu vereinsamen. Doch gleichzeitig ist die Lust auf Zoom-Meetings, Teams-Konferenzen oder Skype-Besprechungen sicherlich im Laufe des Jahres 2020 drastisch gesunken…. 

Insbesondere wenn man in Familien eng aufeinander hängt, ist vielleicht auch die Lust nach Kontakten mittlerweile deutlich reduziert und man muss sich mehr und mehr überwinden, weitere Inspirationen zuzulassen. Doch dies ist weiterhin immens wichtig, denn fehlende Kommunikation, wenn alle im Home-Office arbeiten, kann eben dazu führen, dass Arbeiten nicht koordiniert sind. 

Doch auch hier kann die Arbeit mit dem eigenen Zyklus helfen: im Inneren Frühling und im Inneren Sommer sind wir in der Regel kontaktfreudiger und können in dieser Zeit dementsprechend verstärkt auf andere zugehen, während wir uns im Inneren Herbst und während der Menstruation (dem Inneren Winter) einfach ein bißchen mehr zurückziehen, wenn es denn möglich ist.

7. Professionelle Ausstattung in angenehmen Arbeitsumfeld

Nun, wenn man normalerweise eben nicht im Home-Office arbeitet, sondern jetzt lediglich aufgrund der Corona-Situation gezwungen ist zu Hause zu arbeiten, wird man sich natürlich nicht gleich eine professionelle Büro-Einrichtung zulegen. Schließlich hoffen wir alle, dass die Situation sich irgendwann auch wieder normalisiert.

Doch gleichzeitig macht es eben auch wenn es nur für ein paar Wochen ist, keinen Spaß mit Rückenschmerzen den ganzen Tag auf dem harten Küchenstuhl zu sitzen.

Wichtig ist es hier hauptsächlich, die Sitzgelegenheit regelmäßig zu wechseln, auch mal aufzustehen. Außerdem ist es relevant, auf die richtige Beleuchtung zu achten: Insel-Beleuchtung (also nur eine Lampe am Schreibtisch) – wenn man zum Beispiel noch abends arbeitet, wenn die Kinder im Bett sind – macht schnell Kopfschmerzen. Also besser auf eine Gesamt-Beleuchtung des ganzen Zimmers achten! Und wenn die Arbeit getan ist, sollte eine Trennung zwischen Arbeit und Privat stattfinden, indem die Arbeitsmaterialien weggeräumt werden, z. B. in einen Rucksack oder in ein Regalfach, das dafür leer geräumt wurde. So wird auch vermieden, dass beim gemeinsamen Essen am Esstisch, Spinatflecken auf den Arbeitsunterlagen landen…

Wenn du starten willst und deine Arbeit im Home-Office auf deinen Zyklus abstimmen möchtest, kannst du dir hier mein Zyklus-Chart herunterladen, das die Basis für die Beobachtung deines Zyklus bildet:

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